Geschlechter­gerechtigkeit im Jahr 2022

Wer kocht und putzt? Wer kümmert sich um die Kinder oder um den wöchentlichen Großeinkauf? In vielen Fällen liegen diese Tätigkeiten bei den Frauen. Die Konsequenz: Viele Frauen müssen im Beruf zurückstecken, um den unbezahlten Aufgaben im Haushalt nachkommen zu können. Teilzeitbeschäftigung und eine geringere Entlohnung sind die Folge. Doch selbst dann, wenn Frauen die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen verrichten, werden sie schlechter entlohnt. Gender Pay Gap lautet das Stichwort. Ist das fair? Wir sagen: nein! Es ist längst überfällig, ein für alle Mal für Gleichberechtigung zu sorgen.

Geschlechtergerechtigkeit: Wo steht Österreich aktuell?

Seit Jahrhunderten kämpfen Frauen auf der ganzen Welt für Gleichberechtigung und konnten schon sehr viel erreichen. Trotzdem gibt es auch im Jahr 2022 immer noch Themen, bei denen Frauen schlechter gestellt sind. Die Entlohnung im Job ist eines davon.

2019 verdienten Frauen in der Privatwirtschaft durchschnittlich 19,9 % weniger brutto pro Stunde als Männer. Außerdem befinden sich unter den unselbstständig Erwerbstätigen deutlich weniger Frauen (3,8 %) als Männer (8,1%) in Führungspositionen. Noch größer ist der Unterschied bei Führungskräften mit Studienabschluss: Davon sind nur 8,6 % Frauen, 18,9 % hingegen Männer. Und das, obwohl in der Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen mehr Frauen (19,9 %) als Männer (16,3 %) über einen Hochschulabschluss verfügen.

Ein weiterer Faktor ist das Thema Teilzeitarbeit. Weibliche Angestellte sind weitaus häufiger teilzeitbeschäftigt als ihre männlichen Kollegen. Der Anteil jener Frauen, die in Teilzeit arbeiten, nimmt außerdem stetig zu: Er ist von 2009 bis 2019 von 43,1 % auf 47,7 % gestiegen. Zwar nimmt der Anteil der teilzeitbeschäftigten Männer ebenfalls zu, er liegt mit Werten von 8,8 % (2009) und 10,7 % (2019) aber deutlich unter jenem der Frauen.

Besonders hoch ist die Teilzeitquote bei Frauen, deren Kinder unter 15 Jahre alt sind. Hier liegt der Wert in der Altersgruppe 25 bis 49 Jahre bei 74,3 %. Im Vergleich dazu arbeiten nur 5,6 % aller Männer der gleichen Altersgruppe in Teilzeit. (1)

Gender Pay Gap: Sind wir auf dem richtigen Weg?

Der Gender Pay Gap beschreibt das geschlechtsspezifische Lohngefälle, also den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern.

Hinweis: Es gibt verschiedene Modelle, um den Gender Pay Gap zu berechnen. Damit fallen auch die Ergebnisse, die in der Literatur, in diversen Statistiken und im Netz zu finden sind, unterschiedlich aus. Aber egal, auf welches Modell sich die jeweilige Berechnung stützt: Dieses Lohngefälle zulasten der Frauen ist nicht gerecht!

Die gute Nachricht: In Österreich wird der Gender Pay Gap immer kleiner. Seit 2010 ist er von 24 % auf 18,9 % (2020) gesunken.

Diagramm in Anlehnung an Eurostat.

 

Die schlechte Nachricht: Im Vergleich mit anderen EU-Ländern rangieren wir auf den hinteren Plätzen. In der EU liegt der durchschnittliche Gender Pay Gap bei 13 %. (2) Größer als in Österreich ist er lediglich in Estland (21,1 %) und Lettland (22,3 %). Spitzenreiter bei der gerechten Entlohnung von Frauen und Männern in Europa ist hingegen Luxemburg mit einem Gender Pay Gap von nur 0,7 %. (3)

Gender Pay Gap in Europa im Jahr 2020 - #30sindgenug

Diagramm in Anlehnung an Statista.

 

Eine andere Statistik (mit einem anderen Berechnungsmodell – der Gender Pay Gap für Österreich liegt hier bei durchschnittlich 17,1 %) berücksichtigt auch die Werte für die einzelnen Bundesländer: Hier zeigt sich ein starkes Ost-West-Gefälle. In Wien ist der Gender Pay Gap mit 12 % am niedrigsten, in Vorarlberg mit 24,7 % am höchsten. Oberösterreich belegt mit 21,1 % den vorletzten Platz der Bundesländerwertung. (4)

Der Equal Pay Day macht auf die Ungerechtigkeit des Gender Pay Gaps aufmerksam. Dieser findet in Österreich zwei Mal im Jahr statt:

  1. Im Frühjahr am Ende jener Periode, in der Frauen gegenüber ihren besserbezahlten Kollegen „gratis“ gearbeitet haben (ausgehend vom 1. Jänner)
  2. Im Herbst markiert er jenen Tag, ab dem Frauen gegenüber Männern „gratis“ arbeiten (bis zum 31. Dezember)

Seit 2009 wird der Equal Pay Day begangen und verschiebt sich seither jedes Jahr um ein paar Tage in die richtige Richtung. Wir befinden uns also schon auf dem richtigen Weg in Richtung gleichberechtigte Bezahlung, aber es gibt noch immer sehr viel zu tun.

#30sindgenug: Ein wichtiger Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit

Die ungerechte Bezahlung von Frauen gegenüber Männern wirkt sich auf das ganze restliche Leben aus. Insbesondere im Alter ab 65 Jahren sind Frauen mehr als doppelt so oft armutsgefährdet. (5) Teilzeitarbeit spielt bei der Armutsgefährdung eine wesentliche Rolle. Rufen wir uns noch einmal eine wesentliche Zahl von oben ins Gedächtnis: Bei Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren liegt die Teilzeitquote bei 74,3 %. Berücksichtigen wir darüber hinaus noch die Tatsache, dass Frauen in Teilzeitarbeit wesentlich schlechtere Aufstiegs- und Karrierechancen haben, ist es naheliegend, dass sie in der Pension mit (teils sehr viel weniger) Geld auskommen müssen als Männer.

Bei eMAGNETIX haben wir einen Weg gefunden, um der Schere zwischen Teil- und Vollzeit – und damit auch der Lohnlücke – eindrucksvoll entgegenzuwirken: die 30-Stunde-Woche bei Vollzeit-Gehalt (= #30sindgenug). Seit 01. Oktober 2018 arbeiten die Vollzeit-eMAGNETEN „nur mehr“ 30 Stunden pro Woche, bekommen aber 40 Stunden bezahlt. Bei den Teilzeit-eMAGNETEN wurde das Gehalt aliquot angepasst. Das Ergebnis: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zufriedener und leisten – trotz der kürzeren Arbeitszeit – eine hervorragende Arbeit für unsere Kunden.

Mehr Zahlen, Daten & Fakten zu #30sindgenug

 

Kürzlich wurde unser Modell vom Arbeitszeitspezialisten Ximes wissenschaftlich evaluiert und wir dürfen mit Stolz verkünden:

Bei eMAGNETIX liegt der Gender Pay Gap bei 0 %!

 

„Bei eMagnetix gibt es keinen Gender-Pay-Gap, wenn man das Einkommen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Stunde vergleicht. Die 30-Stunden-Woche wirkt als zusätzlicher Vorteil: In einem Unternehmen mit „normaler“ 40-Std.-Vollzeitarbeit hätten Teilzeitbeschäftigte – und damit in der Regel Frauen – mit 30 Wochenstunden ein deutlich geringeres Gesamteinkommen.“
Dr. Anna Arlinghaus, Ximes

 

Damit leisten wir gemäß unserer Vision einen wertvollen Beitrag für die Arbeitswelt der Zukunft. Und auch wenn wir wissen, dass unser erfolgreiches Modell nicht in allen Branchen und Geschäftszweigen gleichermaßen umgesetzt werden kann, möchten wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es in jedem Unternehmen Möglichkeiten gibt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Oft braucht es nur eine Portion Mut, um den ersten Schritt zu gehen.

„Unsere Kinder sollen in 20 Jahren eine bessere und gerechtere Arbeitswelt vorfinden.“

 

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung

Geschlechtergerechtigkeit: More to come

Viele Initiativen haben sich mittlerweile zum Ziel gesetzt, das geschlechtsspezifische Lohngefälle aus der Arbeitswelt zu verbannen. Es ist schön zu sehen, dass hier endlich etwas geschieht und wir beteiligen uns sehr gerne an Aktionen, um ein Bewusstsein für das Thema Gender Pay Gap zu schaffen und ihm entgegenzusteuern.

Am Weltfrauentag am 08. März durften wir Teil der Charity-Aktion von Steffi Schauer (Offisy) sein. Als Mama und erfolgreiche Unternehmerin setzt Steffi sich für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Wir freuen uns, ihre Aktion durch den Kauf von T-Shirts unterstützen zu dürfen. Der Reinerlös geht zu 100 % an das Linzer Frauenhaus.

Charity-Aktion zur Geschlechtergerechtigkeit - #30sindgenug